Mit Yukon Wild auf dem Wind  River

Erlebnisbericht von Angelika Kunde

 

 Wo Himmel und Erde zusammentreffen

 

Es ist wieder mal so weit. Im Rhythmus von 2 Jahren ist im Sommer Canadas  „true North“ mein Urlaubsziel. Auch diesmal ist eine ganz besondere Paddeltour, nämlich der Wind River, geplant. Rainer hat natürlich die Hauptarbeit schon geleistet, soll heißen der Flieger zum Einfliegen und auch die Flüge aus der Wildnis sind gebucht, die Ausrüstung ist zusammen gestellt, die Lebensmittel sind eingekauft und wasserdicht in den Tonnen verpackt. Wir brauchen nur noch unsere wasserdichten Säcke mit dem persönlichen Krempel und dann kann es los gehen.

Um uns  so richtig einzustimmen gibt es einen Probepaddeltag auf dem Takhini River. Trotz langer Pause klappt es noch mit dem Paddeln und die Teams finden schnell zusammen. Bis auf Andreas und Stephan  kennen wir anderen uns schon von früheren Touren.

Am nächsten Morgen geht es dann endlich los. Mit dem Van fahren wir bis Mayo zur Wasserflugzeugbase. Dort laden wir aus und um. Wir werden mit der Single Otter fliegen und das heißt, wir fliegen alle zusammen. 2 Kanus werden in einander gesteckt und kommen an einen Schwimmer und das andere an den anderen Schwimmer. Das Gepäck ist auch schnell eingeladen und so fehlen nur noch wir. Also alle hinein, noch einmal Elisabeth gewunken und los geht’s. Traumhafte 45 Minuten in Richtung Norden, dabei überfliegen wir auch die Clark Lakes und den Beaver, wo wir vor 2 Jahren gepaddelt sind. Gewassert wird auf dem McClusky Lake, zack, zack ist alles ausgeladen und schon ist die Otter weg und wir allein!!!

Super Gefühl, absolute Ruhe, hohe Berge, glasklarer Bach , Natur pur.

Am nächsten Morgen schleppen wir die Boote und auch alles Andere zum Bach und beladen dort zum ersten Mal unsere Kanus. Brrr.. ist das Wasser kalt. Trotzdem ist treideln angesagt, denn der Wasserstand ist zum Paddeln zu niedrig. Irgendwann am Vormittag erreichen wir dann den Wind River und können auch schon mal paddeln. Der Wind River ist von aquamarinblauer Farbe und so klar wie Glas. Absolut schön und dazu im Hintergrund die Berge, schroff, steil, steinig, kalkweiß, rot oder auch mit Bäumen und Sträuchern bewachsen. Alle 5 Minuten ein anderes Panorama. Das Wetter ändert sich genauso schnell, aber meistens haben wir Glück und die Regenwolken leeren sich an anderen Orten.

Für die Tour haben wir gleich mehrere Wandertage eingeplant. Dadurch haben wir die Möglichkeit die Gegend auch aus einer anderen Perspektive zu sehen und hoffentlich viele Tiere zu beobachten. Der Wind River fließt nämlich ziemlich schnell und mäandert oft sehr stark, so dass Rainer immer wieder nach dem richtigen Weg Ausschau halten muss und einige Manöver werden dann kurz und knapp angesagt und ausgeführt. Dadurch hat man oft  keine Zeit am Flussufer nach Tieren Ausschau zu halten oder die Landschaft zu genießen. Die erste Wanderung führt uns an einem Bach zwischen 2 Bergen entlang und endet , ganz idyllisch, an einem kleinen Wasserfall mit Pool. Leider ist der Pool nicht erreichbar und das Wasser wahrscheinlich  viel zu kalt, trotz des herrlichen Sommerwetters. Die Hänge drum herum sind schon zum Kraxeln geeignet, aber ich ziehe es vor meine Pause unten am Bach zu machen. Auf dem Rückweg steigen die Anderen noch den einen Berg hinauf, wegen der Aussicht und weil es sich gerade anbietet und überhaupt , weil...  Ich genieße inzwischen unser tolles Camp und die Aussicht von unserem kleinen „Feldherrenhügel“, die nicht so spektakulär, aber genauso schön ist. Am Abend spazieren wir dann über die Tundra zu einem kleinen See, in dem sich die Berge spiegelgleich zeigen. Dieser Abend ( 23Uhr 30 ) endet mit einem wolkigen Himmel, der alle Rot- und Orange Töne zeigt, die man sich nur vorstellen kann. Davon gefesselt will keiner von uns ins Zelt, sondern diese Vorstellung wird bis zum Schluss ausgekostet. Außerdem wird es hier oben im Norden so wieso nicht richtig dunkel und man braucht auch mitten in der Nacht keine Lampe zum Lesen.

Auch beim Paddeln eröffnen sich täglich neue wunderschöne Landschaftsbilder und dazu gehören natürlich auch Tiere. Nichts ahnend, beim Frühstück auf der Kiesbank sitzend , passieren vor unserer Nase 2 Karibu Bullen mit wunderschönem Geweih den Fluss und traben unbeeindruckt an unserem Camp vorbei.   

Am nächsten Wandertag, wir sind schon ein gutes Stück oben am Berg, meint ein Grizzly sich langsam aber sicher in Richtung unseres Camps vorzuarbeiten. Rainer findet  diese Idee nicht  so beruhigend. Er geht runter zum Camp und ich langsam hinterher, da mir der noch zu erklimmende Berg für meine Möglichkeiten zu steil erscheint. Rainer , bewaffnet mit Bärenspray, sucht sich einen höher gelegenen Platz zum Beobachten des Bären, während ich das Campleben genieße und auch schon mal Kaffee und Tee koche. Der Rest der Gruppe wandert zwar weiter, aber die Neugier treibt sie doch schon früher ins Camp zurück. Der Bär hat es sich wohl doch anders überlegt und schlägt sich abseits in die Büsche, um sich den Bauch mit Blaubeeren zu füllen. Wir sind beruhigt und beobachten ihn nicht weiter. Plötzlich ist er da. Ca. 5o Meter von unserem Lager entfernt äugt er neugierig rüber und richtet sich sogar dafür auf. Aber unsere Rufe und die körperliche Präsenz der Gruppe veranlassen ihn sich umzudrehen und das Feld zu räumen. Er ward nicht mehr gesehen. Dafür können wir am späten Abend noch eine Bärenmutter mit 2 fast erwachsenen Jungen beim Blaubeerkämmen beobachten.

Schnell vergehen die Tage am Fluss. Ehe wir es richtig begreifen sind wir schon am Zusammenfluss vom Wind River mit dem Peel River. Der Peel wirkt dunkelbraun und der klare Wind  verliert sich mit seinem Wasser erst nach einer ganzen Weile im anderen Fluss.

Die Landschaft bietet nicht mehr ganz so hohe Berge, aber auch jetzt ist das Land nicht flach und wir paddeln durch mehrere Canyons. Besonderes Augenmerk richten wir auf den Peel Canyon. Dieser soll hohe stehende Wellen haben und wir montieren extra die Spritzdecken auf die Kanus. Vorher halten wir noch mal an, um uns die Sache anzuschauen   und dann auf Knien zu paddeln. Nach der 2. Kurve soll es richtig losgehen. Wir bereiten uns innerlich drauf vor, aber nichts ist. Keine hohen Wellen, nur einige Strudel und wir sind durch. Unser Etappenziel für heute ist erreicht und im Peel Canyon schlagen wir unser Lager auf. Der Canyon ist schon beeindruckend und zeigt interessante Steinformationen.

Der Peel bleibt weiterhin braun und trüb und beim Paddeln hört man die Sedimente am Kanu schleifen. Die Landschaft ist weiterhin toll, es ist sonnig und heiß und am Kiesstrand sitzend kommen wir uns vor wie am Mittelmeer. Aber die Tage sind ganz schnell vorbei und wir landen ein letztes Mal an. Ein Schild mit einem Wasserflugzeug drauf zeigt uns hier werden wir morgen früh abgeholt. Schon am Abend schwebt unser Pilot mit seiner kleinen Maschine ein, denn am Morgen müssen wir zeitig los.

Der kleine Flieger kann jeweils nur 1 Kanu und 2 Leute mitnehmen, also muss 3 mal geflogen werden. An diesem Abend will niemand so recht ans Schlafen denken, denn eine fantastische  Tour mit einer supertollen harmonischen Gruppe ist vorbei. Wir alle werden lange davon zehren und uns mit Begeisterung an die vielen kleinen und großen Begebenheiten erinnern, die so eine Reise zu so einem Erlebnis werden lassen.

 

Falls ihr noch mehr zu der Tour wissen möchtet, könnt ihr mich gerne anrufen oder mir eine Mail schicken.

Angelika Kunde                         

Tel. 030/ 3223742    
AngKunde@aol.com

Eine weitere Reisestory zum Wind River hier

 

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