Mit Yukon Wild auf dem Liard  River

Erlebnisbericht von Angelika Kunde

 

Fluss, Wälder und die Einsamkeit – der Liard

 

Es ist Sommer und mal wieder steht eine Paddeltour in Canada an. Diesmal soll es etwas Besonderes sein, denn um den Liard zu paddeln, muss das Team eingeflogen werden.

Das Einfliegen ist schon ein kleines Abenteuer für sich. Die Wasserflugzeuge sind halt nur für 2 Passagiere gedacht und mit der Ausrüstung kommt schon allerhand zusammen. Deshalb legte uns Rainer nahe unser persönliches Gepäck, immerhin für 4 Personen, aufs Nötigste zu reduzieren. Die Kanus müssen außen jeweils an einen Schwimmer des Flugzeugs angebunden werden und es sieht recht abenteuerlich aus. Das Beladen und Verstauen dauerte dann doch ganz schön lange und ich wurde langsam ungeduldig, aber dann ging es los. Der Flug vom Schwatka Lake in Whitehorse zu den Cariboo  Lakes sollte ca. 50 Minuten dauern, aber die hatten es in sich. Kaum gestartet, sah man keine Spuren von menschlichen Behausungen mehr. In geringer Flughöhe ließen sich vielen Einzelheiten noch genau erkennen und ich hatte einen tollen Blick über das Land. Der Flug war zwar ein bisschen unruhig und mir wurde doch etwas blümerant, aber es war ein einzigartiges Gefühl über diese herrliche Landschaft zu fliegen und zu wissen, dort lebt kein Mensch. Voraus sahen wir Rauch aufsteigen von einem Waldbrand, der sich selbst überlassen blieb. Wir flogen weiter unserem Ziel entgegen und bald darauf wasserten wir auf einem der Lakes. Das zweite Flugzeug mit den beiden anderen Gästen war schon gelandet. Gemeinsam luden wir schnell Alles aus und stapelten unsere Ausrüstung erst mal am Ufer. Dann war es soweit.

Die beiden Flugzeuge hoben nacheinander vom See ab und ließen uns in der unberührten Wildnis zurück. Als das Motorengeräusch verklungen wurde es uns wohl erst so richtig klar, das wir hier jetzt ganz alleine waren. Es gab keine Zivilisationsgeräusche mehr und auch sonst herrschte Stille.

Diese Stille war wie ein kostbares Geschenk an uns, weg von all dem Stress und der Hektik hier bei uns. So saßen wir lange Zeit am Ufer, schauten über den See und ließen die Seele baumeln. Auch den ersten Elch entdeckten wir schon bald. Der stand mitten im See und ließ sich das Unterwassergrünzeug schmecken. Dies erinnerte uns daran nun doch erst mal unser Camp aufzubauen und für unser leibliches Wohl zu sorgen.

Für die nächsten 3 Nächte wollten wir hier bleiben und  gaben uns auch entsprechend Mühe beim Campbau. Die nächsten Tage waren angefüllt mit dem Erkunden der Seen mit den Kanus  plus Angeln,  Tierbeobachtungen, vor allem natürlich Elche, einigen Wanderungen und dem gemütlichen Campleben mit Lagerfeuer und Geschichten.

Dann war es soweit. Der Fluss sollte in Angriff genommen werden. Bei strahlendem Sonnenschein, blauem Himmel und sommerlichen Temperaturen ging es los.

Schon im Verbindungs- Creek zwischen Cariboo  Lake und dem Liard  River war ziemlich wenig Wasser und ließ uns erahnen was uns bevorstand.  Immer wieder mussten wir raus aus dem Kanu und es über die flachen Stellen ziehen. Dann wieder einsteigen, weiterpaddeln und gut aufpassen, denn es gab viele Steine, um die wir herum mussten. Und nicht nur das. Einige Elche hatten es sich an tieferen Stellen im kühlen Wasser bequem gemacht und waren über unsere Auftauchen nicht gerade erbaut. Sie brachen mit großem Getöse durch die Uferböschung und äugten uns misstrauisch hinterher. Dank des guten Zusammenspiels mit meinem Hintermann im Kanu passierten wir alle Hindernisse ohne zu kentern oder anzuecken.

Die Landschaft um uns herum war wild und wunderschön, der Fluss türkisfarben und glasklar, der Himmel weit und blau als wir in den Liard kamen. Aber man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Plötzlich zogen am frühen Nachmittag dicke dunkle Wolken auf und innerhalb weniger Minuten fing es an zu schütten. So schnell es ging, suchten wir eine Stelle zum Anlanden und dann ging es auch schon richtig los. Ein heftiges Gewitter mit einem Hagelschauer entlud sich über uns. Es wurde eiskalt und wir ziemlich nass. Erst nach mehr als einer halben Stunde ließ der Hagel nach und wir konnten die Boote leer schaufeln, denn die waren ziemlich voll von dem Zeugs.

Aber am Abend im Camp schien schon wieder die Sonne. Wir trockneten uns und unsere Sachen am Lagerfeuer und konnten schon wieder Witze machen, vor allem natürlich über das Wetter.

Auch an den nächsten Tagen mussten wir beim Paddeln ziemlich aufpassen, denn da waren die sogenannten Steingärten, durch die wir uns mit den Kanus schlängelten. Wir schafften auch das und genossen die restlichen Tage auf dem Liard, immer wieder die eindrucksvolle Landschaft bewundernd und von der Schönheit der Natur beeindruckt.

Nach den Ankunft in Upper Liard waren wir zwar stolz darauf es geschafft zu haben, aber  auch traurig , dass die schöne Zeit schon vorüber war. Uns war allerdings auch sofort klar, dies war nicht die letzte Paddeltour im Yukon.

Falls ihr noch mehr zu der Tour wissen möchtet, könnt ihr mich gerne anrufen oder mir eine Mail schicken.

Angelika Kunde                         

Tel. 030/ 3223742    
AngKunde@aol.com

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Abenteuer-Reisen Yukon Wild
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40132 Whitehorse, Yukon, Y1A 6M8 Kanada